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Oda Projesi in Kooperation mit Nadin Reschke Kindlimann:
15 x 75m. Hingucken - Weggucken


Die Künstlergruppe Oda Projesi – türkisch für „Raum“ und „Projekt“ – aus Istanbul und Nadin Reschke Kindlimann aus Dresden/Berlin widmen sich in ihrem Projekt dem Thema ‚Mauern’. Sie arbeiten sowohl mit einer ganz konkreten Wand, der großen Brandwand an der Rückseite des Marktkauf-Parkhauses am Berta-Kröger-Platz, als auch zu Mauern im übertragenen Sinne, indem sie Fragen stellen wie: „Was würdest du tun, wenn es keine Mauern auf der Welt
gäbe?“ oder „Gibt es einen Grund, warum Mauern nötig sind?“ In direktem Kontakt mit der Öffentlichkeit und den Menschen vor Ort erarbeiten sie an vier zentralen Orten in Wilhelmsburg und Kirchdorf Antworten auf diese und weiterführende Fragen. Dabei geht es auch um den Entwurf eines Stimmungsbildes in der jeweiligen Nachbarschaft. Zwischenmenschliche Netzwerke und auch ihre Störungen werden fokussiert, problematisiert und interpretiert. Einen Widerhall findet die Auseinandersetzung in Form von Postern und vervielfältigten Papierobjekten, die im Viertel verteilt werden. Soziale Gefüge werden greifbar - ein organisches Experiment entwickelt sich.

Wie auch in ihren vorangegangenen Projekten geht es den Künstlerinnen hier um das Initiieren von Kommunikationsprozessen und Begleiten von wachsenden und schrumpfenden Beziehungen an bestimmten Orten. Mikro-Phänomene wie Nachbarschaftsstreit kommen dabei genauso zur Sprache wie globale Themen wie Gentrifizierung und ihre Folgen. Oda Projesi haben von 1997 bis 2005 in Galata, einem Wohnviertel in Istanbul, das an die stark europäisch beeinflusste Flaniermeile Istiklal Caddesi anschließt und in diesen Jahren vor allem durch eine arme, aus vielen Einwanderern aus den umliegenden Ländern und den ländlichen Gebieten der Türkei bestehende Nachbarschaft geprägt war, einen Artist run Space betrieben - einen von Künstlern geführten Ort für Kunst. Ausschlag gebend für die Arbeit im Viertel und mit den Anwohnern war der Wunsch, Kunst nicht isoliert innerhalb einer Kunstöffentlichkeit stattfinden zu lassen, sondern im alltäglichen Leben und in nächster Umgebung zu praktizieren. Nach einer drastischen Mieterhöhung im Zuge der allgemeinen Aufwertung des Viertels, mussten Oda Projesi den realen Raum und Gründungsort ihres Projekts aufgeben. Ihre Arbeit setzt sich seitdem in virtuellen Räumen, etwa in Buch- und Radioprojekten, und an temporären Orten fort. Nadin Reschke Kindlimann und Oda Projesi kennen sich durch „so far so good“, ein künstlerisches Reiseprojekt der Dresdnerin durch 14 Länder in den Jahren 2004/2005. Bei diesem Projekt gab ein mitreisendes weißes Zelt Anlass für Gespräche und Freundschaften, das von Reschke Kindlimann selbst aber auch von vielen unterschiedlichen Menschen, denen sie auf ihrer Reise begegnet ist, mit Bildern bestickt und wieder überstickt wurde. Heute ist das Zelt ein beeindruckendes Zeugnis für einen durch das Projekt entstandenen Prozess globaler Verständigung.

Oda Projesi
Die türkischen Künstlerinnen Seçil Yersel (*1973), Günes Savas (*1975) und Özge Açikkol (*1976) arbeiten seit 1997 zusammen, seit 2000 unter dem Namen Oda Projesi. Alle drei sind in Istanbul geboren und haben an der Marmara Universität Kunst studiert.
2003 Biennale Venedig, Biennale Istanbul, Kunstprojekte München Riem
2004 Tensta Kunsthall, Stockholm
2005 Biennale Istanbul
http://www.odaprojesi.org

Nadin Reschke Kindlimann, lebt und arbeitet in Berlin
geb. 1975 in Berburg
2004-2006 so far so good (künstlerisches Reiseprojekt durch 14 Länder)
2006/2007 Kalinti, oder was von dem übrig bleibt (DAAD Stipendium in Istanbul)
2007 The other visa (Tbilisi/Georgien)
http://www.nadinreschke.de





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